Inspiration.

"bist du glücklich mit deinem leben?". "ja!", sagte sie. weil "nein" sagen zu kompliziert gewesen wäre. weil "nein" sagen nur auf fragen gestoßen wäre. "nein" sagen, das gehörte sich nicht. das konnte sie doch nicht sagen. so ein "nein".
er lächelte. dieses betretene "wow und jetzt ist mein smalltalklatein am ende"-lächeln. wenn er jetzt vom wetter anfängt, dachte sie, dann schreie ich. glücklich sein. pah. er wandte sich wieder dem wasser zu. vor ihnen. sah den dreckigen schwänen beim bahnenziehen zu. hochinteressant, musste sie wirklich zugeben. sie spürte seinen arm an dem ihren. spürte ihn so nah. wie weit war er doch entfernt. von ihr. und dem chaos in ihrem kopf. ob sie denn glücklich sei - wie konnte er das nur fragen. zwischen grauem himmelsdampf und schwarzem schwanenfreischwimmbecken. auf verrottender bank neben überquellenden mülleimern. in diesem nichts, das sich leben schimpfte. glücklich. was wollte er denn hören? außer einem halbherzigen "ja". zeig mir, wie das geht, dachte sie. das glück. zeigs mir. aber eine so große bitte an ihn richten, an ihn, der so weit weg saß. nein. "ich auch", sagte er und sah weiter in den schwanenseematsch. "ach ja?", brummte sie. schon klar. weil "nein" sagen ging ja nicht. hatten wir ja schon geklärt. schlaumeier. "ja", sagte er und sah sie wieder mit diesen merkwürdig leuchtenden augen an. lange. länger. hör schon auf, dachte sie. hör auf. und er lächelte. hör auf. meine fresse, was soll die ganze sentimentale friede-freude-eierkuchen-glückseligkeits-kacke?? "weil das leben sinnlos ist". "ja... was?", rief sie halb erstaunt, halb entsetzt, hatte sie ihn doch schon das nicht vorhandene blau vom himmel lügen sehen. "ja und weil momente wie dieser es trotzdem sinnvoll machen". entgeistert. spinner. echt mal. "weil.... wegen dir. hier. sitzen. und sein. und so. weil... weißt du?". und sie ertrank darin. nun. in den augen. und atmete sein sinnloswasser. und plötzlich fühlte sie es. fühlte es irgendwo in längst vergessenen finsteren ecken. drinnen. ganz tief unten. fühlte es. das glück.

30.10.07 17:12
 


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caro (4.11.07 17:28)
das war sehr schön.


ING (5.11.07 22:59)
Schreibst du gerade das was dir in den Kopf kommt? Natürlich tust du das, deswegen ist es ja auch so ehrlich.
Lese ich das geschriebene stelle ich mir dazu ein Bild vor, die gesamte Geschichte wird zu einen kleinen Dia Film in meinem Kopf und läuft – bis zu diesen Punkt wo sie merkt das er eigentlich so fühlt wie sie.
Er und sie fühlt das das Leben sinnlos ist, aber seinen Sinn durch das Erkennen der anderen Sinnlosigkeit ist, die nur auf einen Sinn wartet.

Überlegt man hier weiter fragt sich der Betrachter wo der Sinn ist, der Sinn von allen oder auch von diesem Augenblick. Ist Sinn nur eine logische Konsequenz auf eine abfolge von Prozessen? Wäre dies der Fall wäre nichts auf der Welt sinnlos.
Der Selbstmörder, der sein Leben wegen der Sinnlosigkeit verteufelt, hat einen Sinn – sein nichtig geglaubtes Leben ist der Sinn für vieles weitere und sein Tod der Sinn.
Ich frage mich nun ob Sinn etwas mit Schicksal oder Vorbestimmung zutun hat, verwerfe diesen Gedanke jetzt aber da Sinn ein aktiver Part ist. Meinen Sinn kann ich selbst belegen, wenn ich etwas tue im leben erlöse ich einen anderen Zustand von seiner Sinnlosigkeit.
Gehe ich zu meinen Buch und hole es aus dem Regal bekommt es einen Sinn obwohl es Jahre lang nur sinnlos rumlag.

Vielleicht sind wir Menschen ja alle sinnlos, so lange bis ein anderer seine Sinn in unserer losen Lage sieht.
Halt Moment, ich denke gerade etwas neues, in eine andere Richtung. Ist Sinn vielleicht ein Gefühl? Klar jeder kennt die Depressionen die aus dem Eindruck der eignenden Sinnlosigkeit entstehen, aber macht das den Sinn zu einen Gefühl?
Kann ich den Sinn fühlen und somit erleben – oder entsteht er durch etwas anders.

Ist dieser ganze Text sinnfrei….. die Antwort darauf JA , solange bis ein anderer den Sinn darin sieht.


der mann mit der peitsche (31.5.08 09:53)
nach längerer zeit bin ich hier nochmal reingestolpert...

sehr gut, macht nachdenklich!!
obwohl ih sagen muss, dass "glücks-empfindungen" nicht zwangsläufig von "grauem himmelsdampf und schwarzem schwanenfreischwimmbecken. auf verrottender bank neben überquellenden mülleimern. " oder ihren euphorischen Gegenteilen abhängig sein müssen.da scheint mir die Frau etwas "unbedarft"...denn sonst gäbe es Millarden Menschen auf der Welt, die "tatsäcchliche" Probleme haben, die nicht glücklich wären---- und das glaube ich aber nicht. In Müll kann man auch glücklich sein, weil Glück sich nicht an den Problemen, an dem fraglichen SInn, oder dem Äußeren der Welt misst, sondern einfach an der Einstellung. Natürlich ht alles einen SInn, auch wenn man ihn suchen muss. Natürlich kann man ales hinterfragen, aber was ist denn dabei immer das Erbeniss? Unglück! Man kann das ganze Leben anzweifeln, wenn man wollte. Aber was würde man davon haben?? AUsser Depressionen und Ängste.
Demnach kommt ALLLES nur auf die innere EInstellung an!
Sie scheint einen tieferen SInnz u suchen, den ihr niemand geben kann, solange sie ihn nicht erkennt. Er scheint ihn gefunden zu haben. WObei sein SInn auch sinnlos wird, wenn man sich anguckt, wie sie denkt u reagiert. Er ist ihr so "fern" und anstatt die Probleme konkret anzusprechen redet sie einen inneren Monolog. Alles zu Sagende bleibt ungesagt, und dennoch scheint er in meinen AUgen Bescheid zu wissen u zu verstehen.
Wenn etwas sinnlos ist, dann dieses an einander "vorbeischweigen", nicht der verrottete Park. Vielleicht ist seine SInn-Definition ein stummer fragender Schrei an sie: "warum HÄLST du mich so fern!!??"


autobiographisch?^^ ich hoffe doch nicht :P


s (31.5.08 10:39)
oh man. grandioser name.

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