Inspiration.

licht ausmachen. die gedanken fürchten sich bei helligkeit. und. das ist nicht gut. das wollen wir doch nicht. dass sich gedanken fürchten. dann verkriechen sie sich irgendwo, wo es sonnenscheinlos ist. und frei von hässlichen neonröhren. und frei von strahlenden augen. irgendwo tief in matschigen gedärmen. und noch weiter. hinten. unten. und sowieso. hauptsache weg. und einsam und bloß nicht auffindbar. was macht man dann, wenn alle gedanken in den eingeweiden weilen und im kopf die leere herrscht? was macht man dann? wenn. kein wort. mehr passend scheint, weil es ja nicht fassbar ist so in gedanken. weil. darum. licht aus.
denkt sie und legt den schalter um. wie sich das anhört. denkt sie. umlegen. wie wenn ich morde. töten das licht. zur strecke bringen. stirb, licht. und sie setzt sich wieder. auf das gemachte bett, das niemand mit ihr teilt. und wartet darauf, dass die gedanken endlich ihren weg zurück in den kopf finden. jetzt, wo es doch so dunkel ist. und so viel platz zum drin herum schwirren. und das bett so leer.
aber gedanken sind scheue tiere, die niemals auf kommando kommen. das wäre ja noch schöner. wo kämen wir denn da hin, wenn jeder seine gedanken einfach so dressieren könnte. wie einen hund. oder meinetwegen auch ein meerschwein. nein, das geht doch nicht. denn die gedanken, die sind frei. so sagt man doch.
frei sein, denkt sie. frei. wenn man nur lange genug auf dem wort herumkaut, dann verliert es an bedeutung. frei. frei. freifreifrei. was für ein hässliches wort. und was heißt das schon? dass man das licht ausmachen kann, wann immer man will? dass man alleine rumsitzt und niemand einem das wort abschneidet, weil man ja eh kein einziges spricht so allein. höchstens zu sich selbst, aber das zählt nicht. frei. so ein blödsinn. und seufzend sieht sie zu boden. da, wo die füße stehen. warum eigentlich? warum sollen die füße stehen, vielleicht liegen sie ja auch. hat sie jemals wer gefragt? hallo füße, was treibt ihr da? doof seid ihr. wie ihr da herumlungert und euch vom rest von mir befehlen lasst. unfrei. ha. und sie betrachtet ihre zehen und fühlt sich plötzlich einsam. so mit ihren füßen auf dem boden. auf dem bett sitzend. im dunkeln. nur damit die gedanken gassigehen können. nur damit sie überhaupt etwas tut. wenn schon nicht das große abenteuer, dann wenigstens den gedanken beim spielen zusehen. wo gibts denn sowas auch, abenteuer? außer vielleicht in schlechten filmen. und diesen kindischen büchern, die sie schon immer grässlich fand. als wenn die abenteurer frei wären. die müssen immerhin dauernd um ihr leben kämpfen. wie umständlich das doch ist. sie sitzt lieber da. allein. auf ihrem gemachten bett. und betrachtet ihre unfreien füße.
und wartet auf gedanken. im dunkeln.

29.10.07 00:33
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


caro (29.10.07 18:33)
ma wieder toll wie du schreibst. tollwütig, wütend, endlos, los mach was, sagen sie vielleicht aber nein, nein. mach weiter, es hilft zwar nicht, aber es fühlt sich manchmal doch so an.


sonja / Website (30.10.07 00:27)
caro, maus, willkommen in meinem pseudokreativchaos! ja. hilft ja nichts. aber was hilft denn schon....

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