Inspiration.

aufragender schatten. sie wollen fliegen. die gedanken. ihn zerbrechen. den schatten. wollen freiheit sein. schweigend. eingesperrt. laufen gegen die wand. und doch ein mauerloch erdacht. bereits. und nur noch eine halbe ewigkeit. dann ist es vollbracht. dann. fliegen. und werden. und sonne sein.

15.10.07 12:57


und wer bist du? dass sich so etwas in deinen augen spiegelt. aus wunschgedanken und albträumen die wirklichkeit erschaffend. und mordend fantasierend was einmal wird zerstören. und was war. und ist. und niemals bleibt. auf wolken sitzt du und plötzlich lacht die sonne. aus. und wahrhaftig. nichtssagend. und morgen ist es anders. das weiß doch jedes kind. durch pfützen springt, was kämpft in dir und weiß doch nicht wofür. warum fliegt durch die leere, hier hinein, dort hinaus. sie wissen es doch selber nicht. warum. ja warum auch. ändern sollen die sollenden. fickt euch alle selbst. stolpersteine denken. aber bloß nicht sagen können. weil übermorgen die stimme überfahren hat. weil alles in seinen nestern verrottet. du auch. und das dafür. und sowieso ist alles sinn entleert. weil wer braucht schon sinn.
26.10.07 13:43


licht ausmachen. die gedanken fürchten sich bei helligkeit. und. das ist nicht gut. das wollen wir doch nicht. dass sich gedanken fürchten. dann verkriechen sie sich irgendwo, wo es sonnenscheinlos ist. und frei von hässlichen neonröhren. und frei von strahlenden augen. irgendwo tief in matschigen gedärmen. und noch weiter. hinten. unten. und sowieso. hauptsache weg. und einsam und bloß nicht auffindbar. was macht man dann, wenn alle gedanken in den eingeweiden weilen und im kopf die leere herrscht? was macht man dann? wenn. kein wort. mehr passend scheint, weil es ja nicht fassbar ist so in gedanken. weil. darum. licht aus.
denkt sie und legt den schalter um. wie sich das anhört. denkt sie. umlegen. wie wenn ich morde. töten das licht. zur strecke bringen. stirb, licht. und sie setzt sich wieder. auf das gemachte bett, das niemand mit ihr teilt. und wartet darauf, dass die gedanken endlich ihren weg zurück in den kopf finden. jetzt, wo es doch so dunkel ist. und so viel platz zum drin herum schwirren. und das bett so leer.
aber gedanken sind scheue tiere, die niemals auf kommando kommen. das wäre ja noch schöner. wo kämen wir denn da hin, wenn jeder seine gedanken einfach so dressieren könnte. wie einen hund. oder meinetwegen auch ein meerschwein. nein, das geht doch nicht. denn die gedanken, die sind frei. so sagt man doch.
frei sein, denkt sie. frei. wenn man nur lange genug auf dem wort herumkaut, dann verliert es an bedeutung. frei. frei. freifreifrei. was für ein hässliches wort. und was heißt das schon? dass man das licht ausmachen kann, wann immer man will? dass man alleine rumsitzt und niemand einem das wort abschneidet, weil man ja eh kein einziges spricht so allein. höchstens zu sich selbst, aber das zählt nicht. frei. so ein blödsinn. und seufzend sieht sie zu boden. da, wo die füße stehen. warum eigentlich? warum sollen die füße stehen, vielleicht liegen sie ja auch. hat sie jemals wer gefragt? hallo füße, was treibt ihr da? doof seid ihr. wie ihr da herumlungert und euch vom rest von mir befehlen lasst. unfrei. ha. und sie betrachtet ihre zehen und fühlt sich plötzlich einsam. so mit ihren füßen auf dem boden. auf dem bett sitzend. im dunkeln. nur damit die gedanken gassigehen können. nur damit sie überhaupt etwas tut. wenn schon nicht das große abenteuer, dann wenigstens den gedanken beim spielen zusehen. wo gibts denn sowas auch, abenteuer? außer vielleicht in schlechten filmen. und diesen kindischen büchern, die sie schon immer grässlich fand. als wenn die abenteurer frei wären. die müssen immerhin dauernd um ihr leben kämpfen. wie umständlich das doch ist. sie sitzt lieber da. allein. auf ihrem gemachten bett. und betrachtet ihre unfreien füße.
und wartet auf gedanken. im dunkeln.

29.10.07 00:33


bäche des wahnsinns

vom himmel prasselnd

ertränken, was so blöd herumfliegt

so unschuldig am boden kriecht

und sich windet

im matsch

modrig

stinkend

kratzt mit brüchigen fingernägeln

ein

hilfe

in

die erde

aber mal ehrlich

wen interessiert das schon?

29.10.07 11:49


feuchte, weiße nebelschwaden

hängen über wirren pfaden

führen endlos in die weite

in die ich hoffnung suchend schreite

leise stimmen, die mich rufen

kranke seelen, die mich suchen

wind, der an den haaren zieht

singt dabei sein süßes lied

füße werden immer schwerer

meine tiefen immer leerer

worte hat der mond gefressen

wohin ich geh, hab ich vergessen

schleiche weiter durch das dunkel

unterm wahnwitzig gefunkel

weiter bis zum rand der nacht

weiter bis der tag erwacht.

30.10.07 00:39


"bist du glücklich mit deinem leben?". "ja!", sagte sie. weil "nein" sagen zu kompliziert gewesen wäre. weil "nein" sagen nur auf fragen gestoßen wäre. "nein" sagen, das gehörte sich nicht. das konnte sie doch nicht sagen. so ein "nein".
er lächelte. dieses betretene "wow und jetzt ist mein smalltalklatein am ende"-lächeln. wenn er jetzt vom wetter anfängt, dachte sie, dann schreie ich. glücklich sein. pah. er wandte sich wieder dem wasser zu. vor ihnen. sah den dreckigen schwänen beim bahnenziehen zu. hochinteressant, musste sie wirklich zugeben. sie spürte seinen arm an dem ihren. spürte ihn so nah. wie weit war er doch entfernt. von ihr. und dem chaos in ihrem kopf. ob sie denn glücklich sei - wie konnte er das nur fragen. zwischen grauem himmelsdampf und schwarzem schwanenfreischwimmbecken. auf verrottender bank neben überquellenden mülleimern. in diesem nichts, das sich leben schimpfte. glücklich. was wollte er denn hören? außer einem halbherzigen "ja". zeig mir, wie das geht, dachte sie. das glück. zeigs mir. aber eine so große bitte an ihn richten, an ihn, der so weit weg saß. nein. "ich auch", sagte er und sah weiter in den schwanenseematsch. "ach ja?", brummte sie. schon klar. weil "nein" sagen ging ja nicht. hatten wir ja schon geklärt. schlaumeier. "ja", sagte er und sah sie wieder mit diesen merkwürdig leuchtenden augen an. lange. länger. hör schon auf, dachte sie. hör auf. und er lächelte. hör auf. meine fresse, was soll die ganze sentimentale friede-freude-eierkuchen-glückseligkeits-kacke?? "weil das leben sinnlos ist". "ja... was?", rief sie halb erstaunt, halb entsetzt, hatte sie ihn doch schon das nicht vorhandene blau vom himmel lügen sehen. "ja und weil momente wie dieser es trotzdem sinnvoll machen". entgeistert. spinner. echt mal. "weil.... wegen dir. hier. sitzen. und sein. und so. weil... weißt du?". und sie ertrank darin. nun. in den augen. und atmete sein sinnloswasser. und plötzlich fühlte sie es. fühlte es irgendwo in längst vergessenen finsteren ecken. drinnen. ganz tief unten. fühlte es. das glück.

30.10.07 17:12


würde

das würde

würde werden werden

wenn es könnte

doch es kann nicht

denn es ist nicht

und wird nicht

es würde nur

in würde

werden

31.10.07 01:08


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