Inspiration.
das leben riecht nach sommer
denkt sie und
sieht dem himmel beim blau sein zu
schwebt
mit fliegenden wolken weil
alles leicht
scheint wie die sonne
verloren geht im hinterkopf
was winter war
und finsternis
wärme durchflutetes denken denkt
sich seinen sommerweg und gleitet
und fragt nicht
und will nur
und
ist
20.4.08 22:02


schreien
wenn man könnte
und mit bloßen händen alles packen
was da nicht hingehört in einen
angst und hass und wut und zweifel
aus den gedärmen wühlen und aus dem hirn
und ziehen und zerren und reißen und
alles auf den boden schmeißen, dass
es klatscht und spritzt und schmutzig macht und
danach
die leere
lacht
weil sie ja auch nicht besser ist.

30.11.07 01:02


"wovor hast du angst?", fragte das leben den wicht, der sich tief in seine höhle verkrochen hatte und dort einsam auf einem kleinen stein saß. es sah ihn mit großen, fragenden augen an. "ich weiß es nicht", flüsterte er. sein blick war schüchtern zu boden gerichtet. kalt war es in der höhle, viel kälter als draußen. weil der wicht viele gedanken gedacht hatte, die an den wänden gefroren waren. und dunkel war es. so dunkel wie das, was man in seinen glasigen augen erahnen konnte. "wovor hast du angst?", fragte das leben noch einmal und seine warme stimme erfüllte den ganzen raum. der wicht fing an seinen oberkörper langsam vor und zurück zu bewegen. vor und zurück. vor und zurück. und sah die wand an. wenn die wand könnte, würde sie den wicht anschreien. ihn kräftig schütteln und bitten endlich zu reden. aber die wand konnte nicht. die wand war ja nur wand. da trat das leben ganz dicht an den wicht heran und legte ihm seine große hand auf die schulter. plötzlich fing der wicht an zu weinen. ganz leise, so dass es selbst die wand vor ihm kaum hören konnte. "vor dir", flüsterte der wicht nun. "du bist so groß", schluchzte er, "und die anderen auch". "komm mit", sagte das leben, nahm den wicht an die hand und flog mit ihm nach draußen. aus der höhle hinaus, in den himmel. überall funkelten sterne und als sie den mond fast anfassen konnten, sagte das leben: "sieh nur!". der wicht, der sich die ganze zeit ängstlich die augen zugehalten hatte, lugte scheu zwischen seinen fingern hindurch. nun sah er die sterne lustig leuchten und nahm die hände von den augen. "hier ist es viel heller als in deiner höhle", sagte das leben. "ja", sagte der wicht leise. "sieh nach unten!", forderte ihn nun das leben auf und flog noch etwas weiter. unter ihnen erstreckten sich weite landschaften. überall konnte man winzige, sich bewegende punkte sehen. "siehst du, wie klein alle sind? viel kleiner als du!", sagte das leben und lächelte. "ja", sagte der wicht und konnte sich gar nicht entscheiden, ob er die sterne oder die vielen munteren wesen da unten angucken sollte. "du kannst so groß sein, wie du willst", sagte das leben, "wenn du denn willst". "ja", sagte der wicht nun schon etwas mutiger. langsam sanken sie wieder hinab bis sie schließlich mit den zehenspitzen das feuchte, weiche gras berührten. "du musst nur an dich glauben!", sagte das leben und klopfte dem wicht aufmunternd auf die schulter. "ja", sagte der wicht und nun hatte sogar das gras seine worte gehört und fing fröhlich an im wind zu tanzen. "glaubst du an dich?", fragte das leben. "ja!", rief der wicht und blickte auf. sah dem leben in die großen augen und die dunkelheit in seinen eigenen schien ein bisschen heller zu werden. das leben lächelte und seite an seite gingen sie zur höhle zurück, die nun in einem warmen licht erstrahlte. "wovor hast du angst?", fragte das leben erneut, aber der wicht antwortete nicht. er atmete nur tief die klare nachtluft ein. "hast du angst?". "nein", sagte der wicht und spürte, wie seine zehen auftauten und die wärme aus der höhle ihm entgegenschlug. "nein", sagte er noch ein zweites mal und sah direkt viel größer aus. "wer mit dem leben fast zum mond fliegen kann, der hat auch keinen grund angst zu haben", sagte das leben. "ja!", rief der wicht und ein lächeln zuckte über seine lippen, "wer mit dem leben fast zum mond fliegen kann, der hat auch keinen grund angst zu haben". und mit diesen worten ging er nach hause zurück, um der wand zu sagen, dass morgen ein neuer tag begann.

22.11.07 22:23


schwarzes draußen. und das drinnen viel zu hell. spiegelt sich im fenster, das drinnen. alles, was man sieht, der mann im vierer nebenan. anzug tragend. coke zero in der hand. trommelt mit der anderen im takt der maschinen auf dem mülleimer herum. der wahrscheinlich voll ist so um mitternacht. davor die frau, die froh war, jemanden zum reden zu haben. und zum aufregen. und zum deutsche bahn verfluchen. und zum nicht alleine sein. weil nacht. und kalt. und schwarz. und ach so gefährlich in der großstadt. doch der jemand hier. weil nicht eine stunde neunzehn reden wollen. und aufregen. und verfluchen. und nicht alleine sein erst recht nicht. regen an der scheibe. in streifen. und immer noch das schwarz. klebt. klettet. kann mich mal. und spiegelt den coke zero mann. der die kleine plastikflasche nun liebevoll in seine tasche packt. noch einmal das schwarz bestaunt. und dem geratter lauscht. sich dann die tasche schulternd erhebt und geht. aussteigt. in die kalte nacht. und den vierer nebenan alleine lässt. den ärmsten. nichts zu sehen, nur leere sitze und undurchdringliches fehlendes licht. zu viel zeit, da kommt man mit dem totschlagen gar nicht hinterher. einmal links, einmal rechts. auf die wange, dass es lustig klatscht. dann mitten auf den kopf. die zeit schlagen. einfach so mit der faust. die zeit hat leider gut trainiert und braucht schon mehr um totzugehen. na toll. die ist doch doof, die zeit. zumindest, wenn man sie hat und gar nicht will.
7.11.07 12:17


aufeinander gestapelte miniwelten. orangefarbend leuchtend. wärme, die am kalten glas abprallt. mit staubigen gummibäumen davor. und geschichten. von wesen, die dort hingehören oder eben auch nicht. oben eine struppige katze. vielleicht springen wollend. aber davor ist ja das glas. das kalte. geht nicht. deshalb. und so ist das nun einmal. geht nicht alles, was man will. oder was der jemand da denkt, was man wollen könnte. oder müsste. oder sollte. geht nicht alles. aber immerhin geht das licht anmachen. und das nach draußen strahlen. und das zeigen, dass man sie hat, diese welt. und wenn jemand fragt, ob man noch wohnt oder schon lebt und man einfach sagt "ich bin". hinter einem der erleuchteten fenster. in einem haus voll miniwelten.
1.11.07 10:37


würde

das würde

würde werden werden

wenn es könnte

doch es kann nicht

denn es ist nicht

und wird nicht

es würde nur

in würde

werden

31.10.07 01:08


"bist du glücklich mit deinem leben?". "ja!", sagte sie. weil "nein" sagen zu kompliziert gewesen wäre. weil "nein" sagen nur auf fragen gestoßen wäre. "nein" sagen, das gehörte sich nicht. das konnte sie doch nicht sagen. so ein "nein".
er lächelte. dieses betretene "wow und jetzt ist mein smalltalklatein am ende"-lächeln. wenn er jetzt vom wetter anfängt, dachte sie, dann schreie ich. glücklich sein. pah. er wandte sich wieder dem wasser zu. vor ihnen. sah den dreckigen schwänen beim bahnenziehen zu. hochinteressant, musste sie wirklich zugeben. sie spürte seinen arm an dem ihren. spürte ihn so nah. wie weit war er doch entfernt. von ihr. und dem chaos in ihrem kopf. ob sie denn glücklich sei - wie konnte er das nur fragen. zwischen grauem himmelsdampf und schwarzem schwanenfreischwimmbecken. auf verrottender bank neben überquellenden mülleimern. in diesem nichts, das sich leben schimpfte. glücklich. was wollte er denn hören? außer einem halbherzigen "ja". zeig mir, wie das geht, dachte sie. das glück. zeigs mir. aber eine so große bitte an ihn richten, an ihn, der so weit weg saß. nein. "ich auch", sagte er und sah weiter in den schwanenseematsch. "ach ja?", brummte sie. schon klar. weil "nein" sagen ging ja nicht. hatten wir ja schon geklärt. schlaumeier. "ja", sagte er und sah sie wieder mit diesen merkwürdig leuchtenden augen an. lange. länger. hör schon auf, dachte sie. hör auf. und er lächelte. hör auf. meine fresse, was soll die ganze sentimentale friede-freude-eierkuchen-glückseligkeits-kacke?? "weil das leben sinnlos ist". "ja... was?", rief sie halb erstaunt, halb entsetzt, hatte sie ihn doch schon das nicht vorhandene blau vom himmel lügen sehen. "ja und weil momente wie dieser es trotzdem sinnvoll machen". entgeistert. spinner. echt mal. "weil.... wegen dir. hier. sitzen. und sein. und so. weil... weißt du?". und sie ertrank darin. nun. in den augen. und atmete sein sinnloswasser. und plötzlich fühlte sie es. fühlte es irgendwo in längst vergessenen finsteren ecken. drinnen. ganz tief unten. fühlte es. das glück.

30.10.07 17:12


feuchte, weiße nebelschwaden

hängen über wirren pfaden

führen endlos in die weite

in die ich hoffnung suchend schreite

leise stimmen, die mich rufen

kranke seelen, die mich suchen

wind, der an den haaren zieht

singt dabei sein süßes lied

füße werden immer schwerer

meine tiefen immer leerer

worte hat der mond gefressen

wohin ich geh, hab ich vergessen

schleiche weiter durch das dunkel

unterm wahnwitzig gefunkel

weiter bis zum rand der nacht

weiter bis der tag erwacht.

30.10.07 00:39


bäche des wahnsinns

vom himmel prasselnd

ertränken, was so blöd herumfliegt

so unschuldig am boden kriecht

und sich windet

im matsch

modrig

stinkend

kratzt mit brüchigen fingernägeln

ein

hilfe

in

die erde

aber mal ehrlich

wen interessiert das schon?

29.10.07 11:49


licht ausmachen. die gedanken fürchten sich bei helligkeit. und. das ist nicht gut. das wollen wir doch nicht. dass sich gedanken fürchten. dann verkriechen sie sich irgendwo, wo es sonnenscheinlos ist. und frei von hässlichen neonröhren. und frei von strahlenden augen. irgendwo tief in matschigen gedärmen. und noch weiter. hinten. unten. und sowieso. hauptsache weg. und einsam und bloß nicht auffindbar. was macht man dann, wenn alle gedanken in den eingeweiden weilen und im kopf die leere herrscht? was macht man dann? wenn. kein wort. mehr passend scheint, weil es ja nicht fassbar ist so in gedanken. weil. darum. licht aus.
denkt sie und legt den schalter um. wie sich das anhört. denkt sie. umlegen. wie wenn ich morde. töten das licht. zur strecke bringen. stirb, licht. und sie setzt sich wieder. auf das gemachte bett, das niemand mit ihr teilt. und wartet darauf, dass die gedanken endlich ihren weg zurück in den kopf finden. jetzt, wo es doch so dunkel ist. und so viel platz zum drin herum schwirren. und das bett so leer.
aber gedanken sind scheue tiere, die niemals auf kommando kommen. das wäre ja noch schöner. wo kämen wir denn da hin, wenn jeder seine gedanken einfach so dressieren könnte. wie einen hund. oder meinetwegen auch ein meerschwein. nein, das geht doch nicht. denn die gedanken, die sind frei. so sagt man doch.
frei sein, denkt sie. frei. wenn man nur lange genug auf dem wort herumkaut, dann verliert es an bedeutung. frei. frei. freifreifrei. was für ein hässliches wort. und was heißt das schon? dass man das licht ausmachen kann, wann immer man will? dass man alleine rumsitzt und niemand einem das wort abschneidet, weil man ja eh kein einziges spricht so allein. höchstens zu sich selbst, aber das zählt nicht. frei. so ein blödsinn. und seufzend sieht sie zu boden. da, wo die füße stehen. warum eigentlich? warum sollen die füße stehen, vielleicht liegen sie ja auch. hat sie jemals wer gefragt? hallo füße, was treibt ihr da? doof seid ihr. wie ihr da herumlungert und euch vom rest von mir befehlen lasst. unfrei. ha. und sie betrachtet ihre zehen und fühlt sich plötzlich einsam. so mit ihren füßen auf dem boden. auf dem bett sitzend. im dunkeln. nur damit die gedanken gassigehen können. nur damit sie überhaupt etwas tut. wenn schon nicht das große abenteuer, dann wenigstens den gedanken beim spielen zusehen. wo gibts denn sowas auch, abenteuer? außer vielleicht in schlechten filmen. und diesen kindischen büchern, die sie schon immer grässlich fand. als wenn die abenteurer frei wären. die müssen immerhin dauernd um ihr leben kämpfen. wie umständlich das doch ist. sie sitzt lieber da. allein. auf ihrem gemachten bett. und betrachtet ihre unfreien füße.
und wartet auf gedanken. im dunkeln.

29.10.07 00:33


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